Die geschichtliche Entwicklung der Bausparkassen und der Finanzierung mit Bausparverträgen

Bausparkassen sind im wesentlichen Spezialkreditinstitute, die sich mit der Wohnungsbauförderung beschäftigen. Diese Bausparkassen werden meistens von Kreditinstituten oder Versicherungsgesellschaften betrieben.

Das Prinzip des Bausparens ist es, Menschen ohne Eigenkapital den Erwerb von Wohneigentum zu ermöglichen. Bausparverträge können also einen Teil zur Hausfinanzierung beitragen. In Deutschland wurde die erste Bausparkasse im Jahre 1885 von Pastor von Bodelschwingh in Bielefeld gegründet, und trug den Namen „Bausparkasse für Jedermann“.

Die Bausparkassen haben sich hier in Deutschland erst nach dem ersten Weltkrieg etabliert, nachdem Geld für den Wiederaufbau benötigt wurde. Entschieden wurde die Zuteilung nach dem so genannten Lossystem, welches Ende 1930 gerechter gestaltet wurde, indem für jeden Bausparer die Art und Weise seiner Sparkapitalbildung zugrunde gelegt wurde, um den Zuteilungstermin für den einzelnen Bausparer festzulegen. Damit leisten die Bausparkassen einen wesentlichen Beitrag für die Imobilienfinanzierung in Deutschland.

Im Jahre 1948 begann der Boom der Bausparkassen nachdem das Wirtschaftswunder in Deutschland eingesetzt hatte. Eine einheitliche Regelung für die Geschäftstätigkeit der privaten und öffentlichen Bausparkassen erfolgte mit dem Bausparkassengesetz und der Bausparkassenverordnung im Jahre 1973. Durch die Änderung des bis dahin bestehenden Bausparkassengesetzes im Jahr 1991, wurde den Bausparkassen der Weg in den bis dahin verschlossenen Europäischen Binnenmarkt eröffnet, und die Möglichkeiten zur Erteilung von Kleinst-Darlehen und Blanko-Krediten ermöglicht.

Bausparkassen werden unterteilt in private und Landesbausparkassen. Private Bausparkassen werden meist von Banken und Versicherungsgesellschaften betrieben, wozu unter anderem zurzeit wohl die bekannteste gehört, die Schwäbisch Hall. Landesbausparkassen unterstehen meist einem oder mehrerer Länder und/oder bestimmten Sparkassenorganisationen. Landesbausparkassen sind Mitglieder im Deutschen Sparkassen- und Giroverband und werden von der Bundesgeschäftstelle der Landesbausparkassen betreut.

Im Gegensatz zu den privaten Bausparkassen stehen Landesbausparkassen untereinander nicht im Wettbewerb, da eine einzelne oder eine Gruppe von Bundesländern regional den einzelnen Landesbausparkassen zur Betreuung zugeteilt wird.
In Deutschland werden zurzeit ca. 75% durch private Bausparkassen betreut, und die restlichen 25% durch die Landesbausparkassen.

Bei 75% der getätigten Baufinanzierungen in Deutschland war eine Bausparkasse beteiligt.

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